cd druck
Unter Währungsgesichtspunkten spannender ist der Blick in die USA. Bisher war die Situation komfortabel. Man hat sich dort daran gewöhnt, das Staatsdefizit durch die Ausgabe von Staatsanleihen zu finanzieren. Als Käufer traten vorwiegend Asiaten und Europäer auf. Denn: Diese sparen mehr, als sie konsumieren. Das Geld wurde an die "Wachstumsmaschine" USA ausgeliehen, die ja auch mit attraktiven Zinsen lockte. Die Kaufkraft wurde in den USA verpulvert. Beim Rücktausch kam es häufig zu Währungsverlusten. Jetzt nehmen die Staatseingriffe in den USA Formen an, die das Vertrauen in den Dollar untergraben könnten. Zum ersten Mal schließt die US-Notenbank nicht aus, in erheblichem Umfang US-Staatsanleihen zu kaufen. Der Staat braucht die Papiere dann nicht mehr über den Markt loszuwerden. Die Notenbank druckt einfach Geld. Zwangsläufig muss dadurch die Inflation in den USA angeheizt werden. Ob Ausländer unter solchen Voraussetzungen ihr Geld weiterhin an die USA verleihen, ist höchst zweifelhaft. Zudem benötigen Länder wie China oder Russland mehr Kapital, um ihr eigenes Wachstum zu finanzieren. Deshalb Vorsicht bei Anlagen in Dollar. Die USA könnten selbst zum finanziellen Problemfall werden. In Kalifornien hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger bereits letzte Woche den Notstand ausgerufen.
Peking geht geschickter vor
Das Tauziehen in Washington zeigt, dass in der Krise alles nach dem Staat ruft – die Parallelen zum New Deal in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten wir ja schon besprochen. In China greift die Regierung ebenfalls beherzt ein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Peking wird nicht zulassen, dass soziale Unruhen ausbrechen, weil die globale Rezession das Land trifft. Derzeit hat eindeutig die Stunde des Staates geschlagen.
Leser,
die schon länger dabei sind, wissen, dass ich mich stets
von den meisten chinesischen Staatskonzernen ferngehalten
habe – zu träge, zu bürokratisch, zu korrupt. Nur wenn
sie technologisch auf dem neuesten Stand sind, eine
marktbeherrschende Stellung haben und über ein gutes
Management verfügen, sind sie für uns hier bei China
Strategy interessant. In Zeiten der Krise hat sich
diese Strategie ausgezahlt: Staatliche Firmen sind zusehends
interessant geworden, weil sie direkt auf Geldquellen der
Regierung zugreifen können. Dies hat sich vor einigen Tagen
einmal mehr bewahrheitet.
EURUSD fällt auf 0.95 und steigt anschließend auf 1.30. Die europäischen Bankbilanzen stehen aufgrund der Stagnation der osteuropäischen Märkte und den wirtschaftlichen Spannungen im EU-Raum unter hohem CD druck. Das chinesische BIP fällt auf ein Nullwachstum zurück. Die exportorientierten Sektoren der chinesischen Wirtschaft sind stark vom freien Fall des Welthandels und vor allem von den USA betroffen. “Pre-Ins First Out”. Mehrere, zurzeit vollständig oder teilweise an den Euro gekoppelte osteuropäische Währungen geraten 2009 aufgrund von Kapitalabflüssen unter wachsenden CD Bedrucken.
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